Der
Pfahl, ein weithin sichtbares Quarzriff, gehört zu den bedeutendsten
geologischen Naturdenkmälern Bayerns. Fast schnurgerade verläuft er auf
einer Länge von über 150 km von Fürholz bei Freyung im Unteren
Bayerischen Wald bis nach Schwarzenfeld in der Oberpfalz.
Der "Große Pfahl" bei Viechtach an der B 85 Richtung
Cham
Teufelsmauer, Hexenwerk - die volkstümliche Bezeichnung für
den Pfahl (von lat. palladius = bleich, fahl) lassen erkennen, dass die
bizarren weißen Felsen schon früh die Phantasie der Menschen
beschäftigten.
Mann stellte fest, dass der Pfahlquarz ein kompliziertes Fieder-
und Scherspaltensystem füllt und nicht, wie lange Zeit angenommen, eine
einfache, durchgängige Erdspalte. Dieses Spaltensystem entstand entlang
einer tektonischen Bruchlinie bereits zu Beginn der variskischen
Gebirgsbildung. Längs dieser Verwerfungszone wurde das Gestein stark
beansprucht und zerrieben. Es entstanden morphologisch weiche Gesteine,
die sogenannten Pfahlschiefer. Gegen Ende der variskischen Gebirgsbildung
(vor etwa 250 Millionen Jahren) drang heißes, kieselsäureartiges Wasser
aus dem Erdinneren in das Spaltensystem ein. Noch unterhalb der
Erdoberfläche kristallisierte es zu Quarzgestein aus. Die Freilegung des
Quarzganges erfolgte im Laufe der Jahrmillionen durch Verwitterung und
Abtragung des angrenzenden Gesteins.
Zwei bequeme Rundwanderwege unterschiedlicher
Länge sowie der Pfahlwanderweg bieten Ihnen die
Möglichkeit, die Natur am Pfahl zu erleben. Sie erfahren dabei
Wissenswertes zur Geologie und zur Tier- und Pflanzenwelt dieses
eindrucksvollen Naturdenkmals. Die ehemalige Verladestation, die
dazugehörige Bremsstation und die alte Schmiede am aufgelassenen
Steinbruch sind Zeugnisse des Industriellen Quarzabbaus. |